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Roland Keller
Journalist und Medienberater
Interests: Wer sich als Medienmensch nicht für Krisen interessiert, düfte den falschen Beruf ergriffen haben. Am längsten habe ich mich dem Thema Krise vor, während und nach dem Niedergang des Neuen Marktes beschäftigt, nachdem ich als Journalist und Berater den Aufstieg vieler Gescheiterter hautnah miterlebt hatte. Man fuhr Vollgas, bis das Benzin ausging – oder vielmehr, als sich entgegen den Erwartungen keiner mehr fand, der die nächste Tankfüllung zahlen wollte. Es scheint als würden Krisen in unserem Zeitalter zum Normalfall werden. Welch großes Unternehmen, welche Partei war in den letzten Jahren nicht von Krisen betroffen? Anders als Tsunamis und andere Katastrophen sind viele Unternehmenskrisen vorhersehbar, oft auch selbst gemacht oder werden durch Ignoranz oder gar Arroganz ausgelöst. In KRISENBLOGGER sollen aus diesem Grund nicht nur Krisensituationen aufgegriffen, sondern auch in bester Blog-Tradition – unter hoffentlich reger Beteiligung des Publikums – diskutiert und analysiert werden. Krisen-PR – in Ergänzung zu dem erfolgreichen PR-Blogger von Klaus Eck soll hier ebenfalls ihr Thema finden. Und wer gerne über gesellschaftliche Krisen schreibt, ist ebenfalls eingeladen - schließlich sind sie nicht zuletzt die Auslöser von makro- und mikroökonomischen Krisensituationen, denen hier der Schwerpunkt eingeräumt werden soll.
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Journalismus und Krisen-PR, da muss ich Peter Jordan zustimmen, wird von einem besonderen Spannungsverhältnis - und von vielen Missverständnisssen bestimmt. Die rühren einmal daher, dass der Mensch auf der PR-Seite oft zu wenig über die Prozesse in Redaktionen weiß, wenn er nie in einer Redaktion gearbeitet hat. Weiß er um die Prozesse und Filter, die zwischen seiner Pressemeldung und einere Veröffentlichung stehen, hat er oft einen Kunden im Nacken, den dies nicht interessiert oder der in vielen Fällen Beratungsresistent ist. Der nimmt lieber die Agentur, die im das Blaue vom Himmel verspricht, es aber auch nicht halten kann. Muss er nun mit solchen Profis durch eine Krise, die nur wenig von redaktionellen Prozessen und Zwängen wissen, könnte er sein Blaues Wunder erleben. Insbesondere, dass schlechte Nachrichten plötzlich zu Selbstläufern werden, wo doch zuvor kein Journalist ein Unternehmens-PR-Thema aufgreifen wollte. Die Erklärung ist einfach: Ein Blatt lebt von seinem Nutzwert, von seiner journalistischen Kompetenz und filtert PR-Meldungen nach seinen Kriterien. Diese sind Rohmaterial wie andere Nachrichten auch, Werbung gehört auf die bezahlte Anzeigenseite. Das erwartet auch der Käufer eines Blattes. Warum sich viele Krisensituationen zu Nachrichtenselbstläufern entwickeln, liegt nicht nur an der guten Verkaufe schlechter Nachrichten oder dem Konkurrenzdruck der Blätter, sondern an der Informationspflicht der Presse - und im Wirtschaftsbereich am Informationsbedürfnis von Betroffenen, Kunden, Investoren etc. Spätestens jetzt ist die Diskussion eröffnet, wie die Presse oder einzelne Journalisten hier ihrer Aufgabe nachkommen. Aus Mücken werden Elefanten, aus Elefanten aber auch schonmal Mücken. Eine gut vorbereitete Krisen-PR, bei der auch erfahrene Journalisten als Berater mitwirken, kann hierdurchaus hilfreich sein und vor Schlimmeren bewahren. Aus meinen Erfahrungen zahlt sich in solch einem Fall immer ein zuvor schon geübte nachhaltige und faire Kommunikation aus und kann vor emotional geprägter oder einseitiger Berichterstattung schützen. Ein anderer wichtiger Punkt: Spekulationen auf Seiten der Presse keinen Raum lassen, sondern offen kommunizieren. So behält man am ehesten die Hoheit über seine Kommunikation. Roland Keller - www.krisenblogger.de
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